Milch

Geschichte
Wie Überlieferungen auf Mosaiktafeln zeigen, hielten bereits die Sumerer 5.000 v. Chr. Milchkühe und beschäftigten sich mit der Milchgewinnung und Milchverarbeitung. Sie stellten zum Beispiel Quark her, indem sie Milch in großen Tongefäßen durch Eigensäuerung „dickwerden“ ließen und sie anschließend in engmaschige, geflochtene Körbe gossen. Dabei floss die Molke ab und zurück blieb der Quark. Auch aus dem alten Ägypten (um 3000 v. Chr.) und aus Indien (um 2000 v. Chr.) gibt es Hinweise auf eine frühe Milchwirtschaft. Griechen und Römer kannten bereits verschiedene Milchprodukte, darunter Käse. Butter schätzten sie als wertvolle Salbe und Arznei. Etwas später entdeckten auch die Germanen die Milch für sich. Die asiatischen Reitervölker erzeugten schon damals aus Stutenmilch das Sauermilchprodukt Kefir. Auch konnten sie Trockenmilch herstellen und waren so auf ihren Kriegszügen von frischen Nahrungsmitteln unabhängig.

Wert der Milch
In Mittel- und Nordeuropa spielt Milch bis heute eine wichtige Rolle in der Ernährung. Sie enthält fast alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht: Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate (Milchzucker), Mineralstoffe (v. a. Calcium, Magnesium, Zink und Jod) und Vitamine (v. a. die Vitamine B2 und B12). Milch besteht zu fast 90 % aus Wasser und ist deshalb auch ein guter Flüssigkeitslieferant. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen ¼ l Milch und 50 – 60 g Käse täglich.
Für die Calciumversorgung des Menschen stellen Milch und Milchprodukte eine wichtige Nahrungsquelle dar. So müsste man zum Beispiel 5 kg Fleisch, 2,6 kg Brot, 6,3 kg Kartoffeln oder 8,5 kg Äpfel essen, um die Calciummenge von einem halben Liter Milch zu ersetzen. Der tägliche Calciumbedarf eines Erwachsenen von 1.000 mg kann über Milch und Milchprodukte leicht gedeckt werden. Ein Glas Milch, ein Becher Joghurt und ein bis zwei kleine Scheiben Käse füllen das „Calcium-Konto“ gut auf und unsere Knochen freuen sich. Mit dem hohen Calciumgehalt von Milch erklären Wissenschaftler auch, dass Milchtrinker im Durchschnitt ein geringeres Körpergewicht haben und besser gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt sind als Nicht-Milchtrinker.

Milch macht schlau

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  • Der Mensch gewinnt und verarbeitet seit etwa 7.000 Jahren Milch.
  • Die weiße Farbe der Milch ergibt sich aus dem Inhaltsstoff „Eiweiß“.
  • Die Milch gehört zu den bestuntersuchten Lebensmitteln.
  • H-Milch und Frischmilch enthalten gleich viel Calcium.
  • Je höher der Fettgehalt der Milch(-produkte) desto höher ist auch der Gehalt an fettlöslichen Vitaminen.
  • Eine geöffnete Packung H-Milch muss wie Frischmilch in den Kühlschrank gestellt werden.

Milcheiweißallergie / Milchzuckerunverträglichkeit

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Milch ist in der Regel ein sehr bekömmliches Lebensmittel. Es gibt jedoch Menschen, die sie nicht vertragen können. Grund dafür kann zum einen das Milcheiweiß sein, auf das sie allergisch reagieren (Milcheiweißallergie). Zum anderen kann der Milchzucker Probleme verursachen, da sie ihn nicht oder nur noch in kleineren Mengen verdauen können (Milchzuckerunverträglichkeit/Laktoseintoleranz). Beide Fälle treten in unterschiedlicher Ausprägung auf und Betroffene müssen individuell austesten, welche Milchprodukte in welchen Mengen sie noch vertragen können. Für die Mehrzahl bleibt eine ausreichend große Auswahl an Milchprodukten übrig, um die Nährstoffversorgung durch dieses wichtige Grundnahrungsmittel zu sichern. Auf jeden Fall sollte einer milchfreien Diät immer eine Diagnose vom Facharzt zu Grunde liegen und nicht auf einen bloßen Verdacht hin durchgeführt werden.

Kuhmilcheiweiß-Allergie Milchzucker-Unverträglichkeit
Problem: Milcheiweiß Problem: Milchzucker
Symptome:
ganz unterschiedlich; keine typische Organreaktion; am häufigsten reagieren Haut, Schleimhäute und der Magen-Darm-Trakt
Symptome:
Beschwerden, die den Magen-Darm-Trakt betreffen, wie Blähungen, Magenkrämpfe und Durchfälle
Nachweis:
u.a. IgE-Antikörper im Haut- und Bluttest
Nachweis:
u.a. Wasserstoff-Atemtest oder Bluttest