Die Milchregion im Kreis Steinfurt

Landwirtschaft

Das Kernmünsterland, wozu der Kreis Steinfurt gehört, weist eine hohe natürliche Bodenfruchtbarkeit auf. Hier war immer die Ackerbauregion des Münsterlandes. Das zeigt sich noch heute im Landschaftsbild. Hiesige Bauernhöfe sind von überdurchschnittlich großen Weide- und Ackerflächen umgeben. Dies konnte bis heute erhalten bleiben, weil traditionell hier die Höfe nur an die Erstgeborenen vererbt wurden. Charakteristisch sind ebenso die Hecken aus halbhohen und hohen Bäumen. Sie bieten Schutz vor kräftigen Winden, die über das Flachland wehen und den kostbaren Mutterboden abtragen. Aber auch in dieser typischen Ackerbauregion hält die Veredelungswirtschaft immer mehr Einzug. Denn mit der Weiterverarbeitung von Ernteprodukten sowie mit der Tierhaltung (Rinder, Schweine, Geflügel) ist ein höheres Einkommen zu erzielen als mit dem alleinigen Ackerbau.

Milch

Im Kreis Steinfurt werden in rund 500 Betrieben fast 17.000 Kühe gemolken. Im Durchschnitt gibt jede Kuh pro Jahr 8.830 Liter Milch. Damit gehört der Kreis zu den zehn leistungsstärksten Milchregionen des Landes Nordrhein-Westfalens.

Besonderheiten im Kreis Steinfurt:

  • 2010 sind die ersten zwei Melkhüsken von Nordrhein-Westfalen – in Landersum und bei Steinfurt – eröffnet worden. Melkhus (Plural: Melkhüsken) ist plattdeutsch und bedeutet „Melkhaus“. Offiziell angemeldete Melkhüsken gehören immer einem milcherzeugenden Betrieb an. Angeboten werden außer frischer Milch köstliche Zubereitungen aus Milch und Milchprodukten. So wird die heimische Kulturlandschaft auch geschmacklich erlebbar.

Die Privatmolkerei Naarmann in Neuenkirchen verarbeitet jährlich über 115 Mio. Liter Milch, die von 230 Landwirten aus der Umgebung abgeholt werden. Naarmann beliefert Großhändler und Weiterverarbeiter mit haltbaren Produkten in ganz Deutschland und ins Ausland.