Naturschutzgebiet Salmorth

Das rund 1.170 Hektar große Naturschutzgebiet „Salmorth“ im Kreis Kleve liegt im Überschwemmungsbereich des Rheins und wird südlich durch den Griethauser und Kellener Altrhein begrenzt. Seinen Namen erhielt die Halbinsel durch die hier ehemals stattfindende Salmfischerei.

Nach Rodung der Wälder wurde seit jeher die Rheinauenlage in erster Linie für die Milchviehwirtschaft genutzt. Aufgrund der Nutzungsintensivierung verschwanden nach und nach viele artenreiche Grünlandbiotope. Heute gibt es diese noch auf den Deichflanken.

Um die Lebensbedingungen der verschiedenen Pflanzen- und Tierarten sowie die typische landschaftliche Schönheit zu erhalten bzw. zu verbessern, wird auf Salmorth auf circa 450 Hektar Fläche eine naturschutzorientierte extensive Landwirtschaft praktiziert. Durch Beweidung wird eine Verbuschung der Fläche verhindert, um das für Tiere und Pflanzen notwendige offene Land zu erhalten. Aspekte wie zeitliche Nutzungsabstände, zahlenmäßiger Viehbestand oder der Verzicht auf Düngung oder Zufütterung werden vertraglich geregelt.

Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass Salmorth einen weit über dem Durchschnitt liegenden Artenreichtum aufweisen kann. Insgesamt werden auf der Halbinsel 76 verschiedene brütende Vogelarten gezählt, darunter 20, die vom Aussterben bedroht sind. Auf den in NRW seltenen Feuchtwiesen sind der Weißstorch und der scheue Wachtelkönig ebenso zu sehen wie die Schafstelze, Feldlerche und Uferschneppe sowie der Wiesenpieper und Rotschenkel – letzterer hat hier sein zweitgrößtes Brutgebiet in NRW. Die Altwässer geben mit ihrer vielfältig ausgeprägten Unterwasser- und Ufervegetation auch zahlreichen Amphibienarten eine Heimat, wie zum Beispiel dem Kamm- und Teichmolch, dem Grün- und Grasfrosch oder der Erdkröte.

Mehr Informationen finden Sie unter www.nz-kleve.de/NSG-Salmorth.144.0.html

Oder Sie besuchen vor Ort das Informationszentrum Keeken, das letzte von ehemals vier Informationszentren des Naturschutzgebietes „De Gelderse Poort" („Das Tor zu Gelderland"). In den Räumen eines alten Bauernhofes wird anschaulich und interaktiv der Lebensraum Rhein gezeigt. So kann der Besucher z. B. die Entstehung der Region von der Eiszeit bis in die heutige Zeit verfolgen. Spannend ist es auch, in einem Simulationsmodell den Rhein über die Ufer treten zu lassen und so die Auswirkungen eines Rheinhochwassers zu erfahren.