Tradition Flechthecke

Die Nieheimer Flechthecken sind eine Besonderheit dieser Kulturlandschaft. Daumendicke Haselnussäste werden gebogen und mit Weidenruten gebunden. Letztlich entstehen drei Etagen geflochtener Äste mit einer Höhe von rund 1,5 Metern, die zwischen den Haselnussbüschen stabil die Weiden begrenzen. Alle 6 - 10 Jahre müssen die Hecken ausgelichtet und alle 10 - 15 Jahre neu eingebunden werden.

Die Hecken grenzen nicht nur die Weiden ab, sie dienen auch als Wind- und Hochwasserschutz. Die Flechthecken stellen weiterhin wichtige Lebensräume für seltene Vogelarten dar. Früher fungierten sie auch als wichtige Lieferanten für Brennholz und Futter für das Vieh. Außerdem war es ein preiswertes Verfahren, eine Hecke zu erstellen. Die Technik des Flechtens ist mit dem Rückgang der Hecken zunehmend in Vergessenheit geraten, so dass nur noch wenige dieses Handwerk beherrschen. Heute kümmert sich der Heimatverein Nieheim intensiv um dieses traditionelle Handwerk, so dass das Flechtheckenbinden nicht in Vergessenheit gerät.