Landwirtschaft im Naturpark

Sanft geschwungene Hügel, eine abwechslungsreiche Landschaft von Wald, Wiesen und Weiden sowie einigen Äckern prägt den Naturpark Homert. Während der Wald durch die Forstwirtschaft gepflegt wird, sorgen die Landwirte mit ihren Kühen für ein abwechslungsreiches Grünland. Ackerbau ist hier in der Region selten. Viele Böden sind karg und die Topographie bietet mit Hügeln oder steilen Bachtälern keine günstigen Bedingungen für die Bearbeitung der Flächen. Die vielen Hügel und Täler waren eine der Ursachen, dass sich hier im Naturpark Homert eine Landwirtschaft mit überschaubaren Betriebsgrößen etablierte. Insgesamt beträgt die landwirtschaftliche Nutzfläche rund 36 Prozent der Naturparkfläche, wovon die Milchwirtschaft mit Grünland ein wesentlicher Bestandteil darstellt.

Im Naturpark Homert gibt es rund 420 landwirtschaftliche Betriebe. Fast die Hälfte dieser Betriebe sind „Vollerwerbsbetriebe“, das heißt sie ernähren die Landwirte und ihre Familien vollständig. Insgesamt werden in der Region etwa 6.800 Kühe gemolken, die durchschnittlich im Jahr 8.000 Liter Milch geben. Dies ergibt eine imposante Menge von über 54 Millionen Litern, die von den Molkereien verarbeitet wird.

Viele Landwirte im Naturpark Homert schaffen sich zusätzliche Einkommensperspektiven, indem sie eine Vielfalt an weiteren Dienstleistungen anbieten. Ein besonderes Einkaufserlebnis geben die direkt vermarktenden Landwirte der Region. Die Kunden können sich vor Ort überzeugen, wie die Produkte produziert werden. Andere bieten „grüne Dienstleistungen“ an wie Grünlandpflege, Transporte aller Art, die mit ihren Maschinen möglich sind. Oder sie spezialisieren sich als Biobetrieb. Andere Serviceangebote von Landwirten sind der „Urlaub auf dem Bauernhof“, Bauernhof-Cafés oder Pferdepensionen, in denen Reitpferde betreut werden. Die Angebote sind individuell und von der jeweiligen Betriebsstruktur abhängig.

Die Milchwegtafel Nr. 7 mit dem Thema „Zukunft der Landwirtschaft“ steht vor dem Hof der Familie Greitemann in Sundern-Seidfeld. Er ist ein Beispiel dafür, wie breit heute ein modern ausgerichteter Hof aufgestellt ist und Milchwirtschaft auch in schlechten Zeiten eine Zukunft haben kann. Auf dem Milchviehbetrieb werden 80 Milchkühe gemolken. Der größte Teil der Rohmilch wird an einer Molkerei verkauft. Ein kleiner Teil der hofeigenen Milch wird über einen Milchautomaten vermarktet. Hier zapfen sich die Kunden die Milch frisch aus dem Tank und zahlen einen fairen Preis dafür. Des Weiteren führt Familie Greitmann einen Hofladen. Dort werden landwirtschaftliche Produkte verkauft, die sie von anderen Landwirten aus der Region geliefert bekommen.